Kultur | 25.06.2006

Barbarie mit attraktivem Musikprogramm

Text von Janosch Szabo
Die Bieler Braderie ist laut, gross und für manche kaum aushaltbar. Deshalb gibt es zeitgleich die Barbarie mit einem feurigen statt einem braven korrekten Hahn im Logo. Das kleine Festival hinterm Bieler Gaskessel versteht sich als Gegenstück zum kaum überblickbaren Sommerfest und konzentriert sich auf die Musik.
Das Logo der Barbarie: Jedes Jahr neu gestaltet von jungen Künstlerinnen und Künstlern. Lockere Barbarie-Stimmung, während ganz Biel an der Braderie verrückt spielt.

Wenn am nächsten Wochenende die ganze Bieler Innenstadt im Braderie-Rummel durchzudrehen droht und ein Stand sich an den anderen reiht, dann gibt es auch wieder die Alternative Barabarie. Das Festival hinter dem Bieler Gaskessel findet heuer vom 30. Juni bis am 2. Juli statt, bereits zum 18. Mal. Die Geschichte ist jedes Jahr die gleiche, nur kommt jedes mal ein Jahr dazu.

Braderie und Barbarie: Der Kontrast ist kleiner geworden

Ende der 80er-Jahre als “Gegenbraderie” gegründet, ist der Protestgedanke der Barbarie gegen die Braderie im Laufe der Jahre etwas abgeflacht. Anders zu sein als die Braderie ist zwar immer noch das Ziel der Organisatoren, sie geben aber auch zu, dass sich die beiden Festivals aber immer ähnlicher werden. Erstens weil die Braderie schon seit einiger Zeit kein reines Standfest mehr ist und selber jedes Jahr ein attraktives Musikprogramm zusammenstellt und zweitens weil die Barbarie wächst und schon lange nicht mehr auf Holzpaletten sondern auf einer grossen Bühne gespielt wird.

Rockiges Programm, mit diversen Highlights

Doch was zählt, ist das musikalische Programm, und das verspricht wieder einmal richtig interessant zu werden. Nachdem letztes Jahr viel extrem harte Musik gespielt wurde, sind dieses Jahr ganz unterschiedliche Stile am Start. Neben dem dominierenden Rock in allen Varianten wird es auch Reggea, Metal und Beat Box zu hören geben. Ein Highlight am Samstag 1. Juli dürfte der Auftritt von “Che Sudaka” werden, einem Nebenprojekt von Manu Chao. Die Argentinier, Spanier und Kubaner machen auf dem Heimweg vom Open Air St. Gallen, wo sie am Vorabend spielen, Halt in Biel. Ein Glücksfall für die Veranstalter, denn an Stelle von Gagen können werden an der Barbarie lediglich kleine Spesen bezahlt. Trotzdem spielen neben jungen Bands aus der Region wie “Mishbehaved” oder dem Singer Songwriter Sebastian Portillo, denen eine Chance geboten werden soll, auch Gruppen aus dem nahen Ausland an der Barbarie. Dieses Jahr sind das die Hardcorerocker “King Loncust” aus Holland und ihre Lansleute “Flight 195” mit einem Mix aus Noise Rock, Punk Rock und Rock’n’Roll, die drei Italiener von “Colya” und das Österreichische Trio “Velojet”, die locker lässigen Indie Pop Rock versprechen. Allesamt spielen sie am Samstagabend.

Der Sonntag steht dann wieder im Zeichen nationaler und regionaler Bands. Hervorzuheben sind dabei “The Chocolate Rockets” aus Bern. Sie kommen gerade von einer ausgedehnten Europa Tour mit Danko Jones zurück und werden die Barbarie am Sonntagabend mit einem fetzigen Kick Ass Rock’n’Roll Konzert abschliessen.    

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