Kultur | 29.06.2006

Afrika in Zürich

Text von Anina Peter
Bis zum 2. Juli kann man am Kulturfestival Integration am Zürcher Helvetiaplatz ein bisschen afrikanische Luft schnuppern. Bei Musik, Tanz, Diskussionen und gutem Essen sollen kulturelle Grenzen vergessen und soziale Brücken gebaut werden.
Auch Emashie wird am Festival auftreten. Der Bandname steht für "etwas, das für immer hält".

Das Kulturfestival Integration gibt es nun bereits seit zehn Jahren. Gegründet wurde es mit den Zielen, soziale Themen aufzugreifen und schwarzen Künstlern, Intellektuellen und Interessierten einen Platz zum Austausch mit der Öffentlichkeit bieten zu können.

Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt bei der Integration selbst und wird mit der Veranstaltung “Begegnung Nord-Süd” aufgegriffen. Diese hat für jeden Geschmack etwas passendes zu bieten. Die Auswahl geht von Mal- und Tanzworkshops über Filme und Kunstausstellungen bis zu Vorlesungen. Auch der Geldbeutel wird sich freuen, da das meiste kostenlos ist.

Deine Meinung ist gefragt!

Zwei Höhepunkte werden sicherlich die Podiumsdiskussion zum Thema Armut in Afrika und über Emigration sein. Verschiedene Teilnehmer aus der Schweiz, dem Kongo, Kamerun und Uganda werden über ihre Erfahrungen sprechen und laden auch das Publikum zur aktiven Teilnahme ein.

Wer nichts sagen, dafür zuhören und sehen will, kommt an den Literaturtagen auf seine Kosten. Professionelle Schauspieler tragen Ausschnitte aus vier Werken der afrikanischen Literatur zum Thema Migration und Integration vor. Drei weitere Autoren stellen Teile ihrer Bücher vor und sprechen über eigene Migrationserfahrungen.

Damit die Begegnung auch wirklich nicht zu kurz kommt, steht während des ganzen Festivals eine Palaverecke offen. Sich gegenseitig kennen lernen, diskutieren und Spass haben steht im Vordergrund. Am Samstag und Sonntag moderieren Studentinnen und Studenten der Hochschule für soziale Arbeit Diskussionen zu brisanten aktuellen Themen.

Musik für mehr Toleranz

Natürlich darf auch die Musik nicht fehlen. Auf der offenen Bühne beim Helvetiaplatz animieren unter anderem La Colombe Evangélique, Emashie Joel Gleam und Naghma zum Hüftschwung. Die Lionkingz DJ Crew und DJ Jesaya laden freitags zur Hiphop-Party und die K.O.S. Crew, Ruff Pack und Baddis Crew locken am Samstagabend mit Reggae, Ragga und Dancehall ins Zeughaus 5.

Für Jugendliche wird zum dritten Mal ein Forum zum Thema Rassismus durchgeführt. Dieses soll  den gegenseitigen Respekt und das Engagement für Toleranz fördern. Die Rapformationen D. I. C., C4Style und Bilingue aus Zürich sowie Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Horgen zeigen mit ihrer Musik bereits die ersten Schritte in die gewünschte Richtung. Neben ihrem Auftritt schildern sie auch eigene Erfahrungen und leiten so in eine Diskussionsrunde ein.

Mit dem Film «Voices in Transit« von Hannah Salzer und Philip Hofmänner soll das Thema weiter sensibilisiert werden. In der Dokumentation werden vier Porträts afrikanischer Asylsuchender gezeigt und so auf viele Seiten der Migration hingewiesen.

Ausserdem werden auf dem Helvetiaplatz während aller drei Tage ein Afro-Markt und weitere musikalische Darbietungen stattfinden. Auch die Ausrede, dass man noch Fussball gucken will und deshalb nicht kommen kann, zieht hier nicht. Die Spiele werden live und auf Grossleinwand übertragen.

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