Gesellschaft | 20.05.2006

Neuer Knotenpunkt für Junge

Text von Andreas Renggli
Am Freitagabend haben vier Basler Organisationen an der Feierabendstrasse 80 das Jugendzentrum Knotenpunkt F80 eröffnet. Unter dem Dach der alten Villa sollen sich Jugendarbeit, Organisationen sowie Projekte junger Leute näher kommen.
Der alten Basler Villa an der Feierabendstrasse 80 wird neues Leben eingehaucht. Überraschungsgast Guy Morin überreichte Grüsse vom Basler Regierungsrat. Christoph Nidecker, Leiter der Fachstelle KOJE, führte durch den Eröffnungsteil. Daniel Ritter forderte als Bundespräses von Blauring und Jungwacht Schweiz zu Lebensfreude und Lebensfreunden auf. Der neue Name Knotenpunkt F80 wurde enthüllt, während die Gäste darauf warteten, bis der goldene Ast durchgesägt war.

Viereinhalb Jahre lang haben die Fachstelle Kinder- und Jugendarbeit der römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt (Ecco), die Regionalstelle Blauring und Jungwacht Basel-Stadt und Basel-Land, die Koordinationsstelle für Jugendarbeit der evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt (KOJE) sowie die Pfadi Region Basel für ein gemeinsames Zentrum gekämpft. Gestern ist es nun feierlich eingeweiht worden.

Mehr in die Jugend investieren

Zwei als Sicherheitsmänner verkleidete Komiker bewachten das eiserne Tor am Eingang zur alten Stadtvilla an der Feierabendstrasse 80 und gewährten vorerst niemandem Zutritt. Nach kurzer Wartezeit durfte Regierungsrat Guy Morin den Vorgarten der Villa betreten. Als Überraschungsgast richtete er als erster Redner einige Gedanken an die rund 40 geladenen Gäste und überbrachte Glückwünsche von der Basler Regierung. Mit Verweis auf die gewalttätigen Ausschreitungen nach dem Fussballspiel des FC Basel gegen den FC Zürich, auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit und die erschreckende Sozialhilfeabhängigkeit von Jugendlichen rief Morin dazu auf, dass künftig mehr in die Jugend investiert werden müsse.  

Ihm folgten als weitere Redner Christoph Nidecker (KOJE), Anton Schorer (römisch-katholischer Kirchenrat), Richard Atwood (evangelisch-reformierter Kirchenrat), Daniel Ritter (Bundespräses von Blauring und Jungwacht Schweiz), Sven Brüschweiler (Präsident der Pfadi Region Basel) und Thomas Gander (Ecco). Sie alle blendeten zurück auf die vergangenen viereinhalb Jahre und vermittelten den Gästen mit persönlichen Schilderungen einen umfassenden Eindruck des aussergewöhnlichen Jugendzentrums. Dazu gehörten die Geschichte des Hauses, die anfänglichen Bedenken gegenseitiger Konkurrenz, Stolpersteine auf dem langen Weg zum neuen Zentrum wie auch die Zusammenarbeit zwischen den beiden Konfessionen.

In einer zeitgenössischen Schilderung erklärte Atwood den Fischfang von Jesus und seinen Jüngern auf dem See Genezareth kurzerhand zum Gründungsakt der ersten Jugendorganisation der christlichen Gemeinschaft und erntete dafür Beifall vom Publikum.

Jugendinitiativen unter einem Dach

Die grösste Aufmerksamkeit schenkten die Redner jedoch der erwarteten Zusammenarbeit im neuen Knotenpunkt F80. Denn das Zentrum soll die Jugendarbeit, Jugendorganisationen und auch kleinere Projekte einzelner Jugendlichen in Basel unter einem Dach näher bringen und gegenseitig vernetzen helfen. Im obersten Stock werden aus diesem Grund zusätzlich vier Räume eingerichtet, die nicht von den Trägerorganisationen genutzt werden, sondern weiteren Jugendinitiativen zur Verfügung stehen sollen.

Finanziell ermöglicht haben den Knotenpunkt F80 abgesehen von den beiden kirchlichen Basler Synoden die Sophie-und-Karl-Binding-Stiftung, die Ernst-und-Irma-Leuthardt-Gronostay-Stiftung sowie der Lotteriefonds Basel-Stadt.  

Tink.ch Basel im Knotenpunkt F80

Künftig nutzt auch Tink.ch Basel die Räumlichkeiten im obersten Stock des Knotenpunkts F80. Die Basler Redaktion will weiter ausbauen und die Frequenz lokaler Berichte aus der Region Basel erhöhen. Wer Lust hat, über Jugendkultur, Jugendpolitik, Freizeit oder Sport in und um Basel zu berichten, kann unter basel@tink.ch weitere Infos anfordern.

Links