Gesellschaft | 08.05.2006

Medien grenzenlos

Text von Anina Peter
Vom 2. bis 5. Juni findet in Markelfingen (D) zum zweiten Mal das Bodenseecamp statt. Im Interview mit Tink.ch verrät der Projektleiter Bernhard Braun, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet.
Projektleiter Bernhard Braun So macht Arbeit richtig Spass. Klar, dass auch das Feiern nicht zu kurz kommt.

Wie wird das Bodenseecamp 2006 aussehen?

Wir bieten den Teilnehmenden ein umfassendes Angebot an Workshops an, die sowohl einen Medienbezug haben, als auch ihre Kreativität fördern und vor allem auch Spass machen sollen. Wichtig dabei ist natürlich auch, dass die Teilnehmer neben einem Wissenserwerb auch handfeste Produkte wie eine Campzeitung oder die Filmproduktionen vom Bodenseecamp mitnehmen können.

Spannende Diskussionen und interessante Kurzfilme sollen den Teilnehmern Anreize geben und ihnen weitere Erfahrungen zum Thema Medien bringen. Ein Punkt, den ich neben dem Programm für sehr wichtig erachte, ist der Austausch unter jungen Medienmachern. Die Teilnehmer können ausserhalb der Workshopzeiten mit Referenten, Vertretern aus den Jugendmedienverbänden oder einfach mit den anderen Teilnehmenden Gedanken austauschen und über die Mediengrenzen schauen.

Welche Erfahrungen wurden im letzten Jahr gemacht und wie reagierten die Teilnehmer?

Die Reaktionen der Teilnehmer waren überwiegend positiv. Sehr positiv sogar, sodass wir keine Sekunde zögerten, auch dieses Jahr das Camp wieder zu veranstalten. Das Bodenseecamp ist einzigartig in seiner Art – länderübergreifend und doch oder gerade deshalb grenzenlos. Das Umfeld ist auch sehr besonders, da alle Workshops in Zelten oder sogar unter freiem Himmel stattfinden. Mir persönlich hat es letztes Jahr sehr viel Spass gemacht. Ich war begeistert, wie die Workshopleiter mit den Teilnehmern in doch recht kurzer Zeit qualitativ hochwertige Produkte und Präsentationen lieferten.

Wie entstand die Idee zum Bodenseecamp?

Bei der Gründung der European Youth Press hatten Andreas Renggli (Junge Medien Schweiz), Michael Hallermayer (Junge Presse Bayern), Susanne Hanger und Marlies Ploner (beide Jugendpresse Österreich), die Idee, gemeinsam eine Jugendmedienveranstaltung zu veranstalten. Das Dreiländereck um den Bodensee bot sich hier natürlich sehr gut an. Wir wollten etwas Einzigartiges schaffen und so entstand das Bodenseecamp. Unsere Vision ist es, den Teilnehmern in einem besonderen Umfeld das Thema Medien in einer angenehmen Atmosphäre näher zu bringen. Erfahrungen sammeln, Spass haben und etwas erleben, das sind neben Wissenserwerb die wichtigsten Elemente, die das Bodenseecamp doch recht gut beschreiben.

Wie kommt die Kombination der drei Länder bei den Teilnehmern an?

Werden wirklich Grenzen überwunden oder bilden sich trotzdem nationale Grüppchen?

Meiner Meinung nach gibt findet eine nationale Grüppchenbildung kaum statt. Natürlich kommen viele Teilnehmer zu zweit oder in einer kleinen Gruppe zum Bodenseecamp. In den Workshops bietet sich hier die erste Möglichkeit, Gleichgesinnte aus den anderen Ländern kennen zu lernen. Nach den Workshops können die Teilnehmer die Bekanntschaften beim Lagerfeuer oder bei der Camp-Party vertiefen.

Was mich persönlich fasziniert, sind die verschiedensten Dialekte. Obwohl wir alle dieselbe Sprache sprechen, gibt es hier anfänglich doch des Öfteren kleine Verständigungsprobleme, die das Camp noch spannender und reizvoller machen. Und es ist auch interessant zu sehen, wie im Nachbarland im Medienbereich gearbeitet wird.

Wie sieht die Zukunft des Bodenseecamp aus?

Sehr gut. Das Bodenseecamp soll eine fixe Institution auf Ebene der European Youth Press werden. Das Konzept funktioniert gut und auch die Jugendmedienverbände der teilnehmenden Länder zeigen grosses Engagement, das Projekt langfristig weiterzuführen.

Was begeistert dich persönlich am Camp und an der Organisation?

Mich begeistert die Motivation im Organisationsteam. Das Team ist einfach super – wenn man bedenkt, dass alle freiwillig mitarbeiten, keinen Cent daran verdienen, sondern nur ihre Arbeit des Camps wegen machen. Nicht minder freut mich aber auch das Engagement der Teilnehmer. Es ist schön zu sehen, dass die Veranstaltung funktioniert und die jungen Medienmacher Spass an den Workshops und dem Camp an sich haben.

Im Laufe der Vorbereitung habe ich unglaublich viel dazu gelernt. Das Camp sorgt für eine Erweiterung meines geistigen und kulturellen Horizontes. Und ein sehr schöner Aspekt ist, dass ich viele sehr nette Menschen kennen gelernt habe, mit denen ich diese Ansichten teilen und die dasselbe Ziel verfolgen kann: Etwas lernen, etwas organisieren, bewegen können und meine oberste Maxime – dabei immer Spass zu haben.

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