Kultur | 13.05.2006

Ich weiss, dass ich nichts weiss!

Nach dem Erfolg in Deutschland, Österreich und den USA, hat der Film «What the Bleep do we (k)now« nun auch die Schweizer Kinos erreicht. In Zürich fand letzten Mittwoch die Premiere statt. Der Film mit der anschliessenden Podiumsdiskussion war restlos ausverkauft.
Filmplakat Rainer Dunkel, Martin Frischknecht und Bruno Würtenberger bei der Podiumsdiskussion.

Wo komm ich her? Wo geh` ich hin? Wer bin ich und was ist der Sinn des Lebens? Dies sind Fragen, die sich bestimmt jeder von uns schon einmal gestellt hat. Der Film «What the Bleep do we (k)now?« dreht sich rund um diese Fragen. Er schildert Situationen die wir alle bestens kennen. Zum Beispiel, scheinen wir immer wieder in gleiche Beziehungen zu stolpern obwohl wir dachten, mit diesem Menschen wird alles anders. Ist das einfach nur Pech oder haben wir Einfluss auf das, was und passiert? Was ist eigentlich Realität? Ist die Welt wirklich so wie wir sie sehen?

Im Film vermitteln uns vierzehn Wissenschaftler und Dozenten ihr Wissen und ihre Erklärungen. Die Informationen werden mit sehr anschaulichen Beispielen in einer Spielhandlung dargestellt.  Ein Film, der die Menschen zum staunen und nachdenken bringt und den es sich lohnt, mehr als nur einmal zu sehen.

Podiumsdiskussion

Es waren einmal Zwillingsbrüder im Bauch ihrer Mutter. Nach einigen Monaten sagte der eine: «Ich fühle eine Veränderung, was meinst du bedeutet das?«  – «Vielleicht dass unser Aufenthalt in dieser Welt bald zu Ende geht«, entgegnete der andere. «Aber ich will doch gar nicht weg von hier«, jammerte wieder der Erste. Der andere sagte beruhigend: «Wir haben keine andere Wahl. Aber weißt du, vielleicht gibt es ja ein Leben nach der Geburt?« – «Wie soll das denn funktionieren? Und ausserdem ist noch nie jemand der den Mutterbauch verliess, wieder zurückgekehrt um zu sagen, dass es weiterginge. Nein, die Geburt ist das Ende!« Da entgegnete der andere: «Stell dir doch vor, wir werden eine Mutter haben!« – «Du glaubst an eine Mutter?«  fragte der Zweifelnde ungläubig. So ging die Diskussion über ein Leben nach der Geburt noch lange weiter, bis schliesslich der Tag der Geburt kam. Als die Zwillinge ihre Welt verlassen hatten, öffneten sie die Augen. Was sie sahen, übertraf ihre kühnsten Träume.

Mit dieser kleinen Geschichte eröffnete der Moderator Rainer Dunkel die Podiumsdiskussion. Die Gäste waren der Physiker Prof. Alexander Schneider, der Journalist Martin Frischknecht, Bewusstseinsforscher  Bruno Würtenberger und der Filmproduzent Udo Grube.

Fragen und Antworten

Rainer: Alexander, wie kann es sein dass die Quantenphysik die Realität beschreiben kann?

Alexander: Physik ist die grösste esoterische Wissenschaft die es heute gibt. Alle die sie jahrelang studierten, mussten feststellen, dass sie nichts begriffen haben. Wir Wissenschaftler sehen einzig, dass die Welt nicht so ist wie wir es vorher glaubten.

Rainer: Martin, was ist für dich morgen anders, jetzt wo du «Bleep« gesehen hast?

Martin: Das Nichtwissen grösser ist als was wir wissen – das nehme ich mit nach Hause.

Rainer: Udo, erzähle mal die Geschichte, wie wir zwei den Film in den deutschsprachigen Raum brachten.

Udo: Es ist eine sehr lange Geschichte. Mich beschäftig seit meiner Kindheit die Frage: Wo komm ich her? Wo geh ich hin? Wir glaubten mit diesem Film den Menschen etwas zeigen zu können. Es war unsere Vision und wir hatten alles dafür in die Wege geleitet. Da wir kein Geld mehr hatten für Werbung, geschah alles durch Mund – zu – Mund Propaganda. Und siehe da, der Saal ist gefüllt!

Udo: Der Buddhismus, das Christentum, der Islam… Alle Religionen sagen dasselbe aus wie der Film. Das Problem sind die (Miss)Interpretationen welche die Menschen den verschiedenen Religionen geben. Genauso ist es aber auch beim Film: Jeder zieht für sich das Anregende selbst heraus.

Rainer: Der Sinn ist ja nicht, dass jeder gleicher Meinung ist. Gerade in der Wissenschaft ist dies oft nicht der Fall. Aber das macht ja nichts. Es soll lediglich ein Aufruf sein, nachzudenken.

Bruno: Jenseits von allen Religionen, Ideen und Fakten steht die Annahme dass es weder Raum noch Zeit gibt. Wenn zum Beispiel zwei Verliebte auf einer Parkbank sitzen und den Sonnenuntergang betrachten, gibt es für sie kein Gestern, kein Morgen und keine Worte… es ist ein Gefühl welches nicht zu beschreiben ist. Versucht man es trotzdem, verschwindet das Gefühl sofort. Zeit und Raum sind wieder da. Ich glaube, die Wissenschaftler welche durchgedreht sind, haben verstanden um was es geht.

Alex: Bei den heutigen jungen Menschen ist oft zu erkennen, dass sie eine ganz andere Sicht haben als die ältere Generation. Sie beginnen, die Menschen vielseitiger zu sehen.

Udo: Genau. Irgendwann gibt es immer mehr Menschen die den ganzen Mist nicht mehr glauben. Jeder beginnt mehr und mehr, seine eigene Realität zu erkennen.

Fragen vom Publikum

Frage: Wo ist Gott in dieser Theorie?

Bruno: Gegenfrage: wo ist er nicht? Gott ist überall, hier ist er lediglich etwas anders definiert.

Udo: Es existieren ca. 6 Milliarden Menschen auf dieser Welt, somit auch 6 Milliarden verschiedene Beschreibungen. Wir können dies nicht konkretisieren. Das Problem ist, dass wir es die ganze Zeit wollen – was wiederum zu Streit und Krieg führt.

Bruno: Abschliessend möchte ich euch noch bitten: Denkt nach! Denkt über etwas nach, was sich lohnt. Denkt nach über euch und warum ihr die Welt so erlebt, wie ihr sie erlebt.

«What the Bleep do we (k)now?- – «Was zum Kuckuck wissen wir eigentlich?- Ein Film, der vieles in Bewegung bringt und den Menschen an das Herz geht. Ein Muss für jeden, der sich dem Leben öffnen will.

Links

  • www.bleep.de