Sport | 30.05.2006

Basel, das Sorgenkind der Euro 08

Basel und der Fussball. Oft wird von der Fussballstadt schlechthin gesprochen, doch bei genauem Betrachten gibt es für die Europameisterschaft 2008 in Basel noch einige Fragezeichen.
Bild: Schweizer Fernsehen

Sankt Jakob Park – der Ort, an dem in gut zwei Jahren das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft über die Bühne gehen wird. Dazu alle Spiele der Schweizer Nationalmannschaft und einer der beiden Halbfinals. Das Stadion «Joggeli«, wie es auch genannt wird, machte nicht zuletzt vor einigen Wochen im letzten Meisterschaftsspiel schlecht von sich reden, als der FC Zürich in letzter Minute Schweizer Meister wurde und die wütenden Basler-Anhänger das Feld stürmten und das Stadion und die ganze Umgebung in ein Schlachtfeld verwandelten. Fazit: das Sicherheitskonzept hatte total versagt. Schaut man in die Vergangenheit zurück, war dies nicht der einzige negative Vorfall in Basel.  

«Nehmt den Baslern die EM weg!«

Im Cupfinal zwischen Zürich und Luzern 2005 wurden etliche Feuerwerkskörper gezündet und Richtung Feld geschmissen.  Im Jahre 2002 verlor unsere Nationalmannschaft das entscheidende Spiel gegen das damalige Jugoslawien. Trotz dem Sieg randalierten die etwa 15’000 Gästefans ungehindert im  Stadion. Ein Jahr zuvor verschafften sich die Fans des Cupsiegers Servette mit Gewalt Zutritt auf den Rasen und erdrückten beinahe ihre eigene Mannschaft. Dinge, die es 2008 zu vermeiden gilt. Verschärfte Sicherheitsmassnahmen wurden bereits am vergangenen Samstag im Freundschaftsspiel zwischen der Schweiz und der Elfenbeinküste getroffen, doch ob dies der passende Anlass war, ist mehr als nur fraglich. Tausende von Fans standen über dreiviertel Stunden vor den spärlich geöffneten Eingängen des Sankt Jakob Parks und regten sich fürchterlich über die Sicherheitskräfte auf. «Eine Frechheit ist das«, oder «nehmt den Baslern die EM weg!«, war zu hören. In der Tat waren die Kontrollen indiskutabel, denn viele der Zuschauer mussten sich die Nationalhymne sowie bis zu 20 Minuten des Spiels vor dem Stadion «zu Gemüte führen«.  

Kaum Verpflegungsmöglichkeiten

Seit Jahren mangelhaft ist zudem die Verpflegungsmöglichkeit im Stadion, lange Schlangen bilden sich jeweils bei Spielen mit über 20’000 Zuschauern. Oft gibt es für die Hintersten nichts mehr. Das Problem ist bereits länger bekannt, unternommen wurde bis anhin noch nichts. Nun wird der umstrittene Austragungsort in Basel momentan auf rund 40’000 Sitzplätze aufgestockt. Die Probleme dürften mit der Stadionvergrösserung nicht behoben werden, im Gegenteil. Was machen die Basler Organisatoren falsch, oder was läuft beispielsweise in Bern, Genf und Zürich richtig? Nach anfänglichen Problemen präsentiert sich das Stade de Suisse in Bern nun als würdiger Austragungsort von grossen Fussballspielen. Für einen reibungslosen Ablauf der kommenden Europameisterschaft muss das Konzept dringend überarbeitet werden, denn die vielen erwarteten Gäste sollen ja schliesslich mit guten Eindrücken in ihr Land zurückkehren können. Doch wird Basel fähig sein, bis dahin einen Grossanlass zu organisieren, der reibungslos ablaufen kann?

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