Gesellschaft | 29.05.2006

Anders, doch gleich

Text von Andreas Renggli
Im Juni startet in der Schweiz die europäische Jugendkampagne "alle anders - alle gleich" mit der Unterstützung der Footbag-EM in Lausanne und des Festivals Imagine in Basel. Tink.ch zeigt, wie weitere Projekte eingegeben werden können.
Samuel Hufschmid ist bereit für die erste Footbag-EM in der Schweiz.

Samuel Hufschmid blickt zuversichtlich den bevorstehenden Wettkämpfen in Lausanne entgegen, wo er hinter den Kulissen mitarbeitet und wo sich vom 2. bis 4. Juni alles um den Footbag, ein rundliches, zusammengenähtes Säcklein, drehen wird. Im Schatten der Fussballweltmeisterschaft werden gegen 250 Sportlerinnen und Sportler in den drei Disziplinen Freestyle, Net und Golf um den Europameistertitel kämpfen. Bereits seit 1999 findet jährlich eine Europameisterschaft statt, dieses Jahr jedoch zum ersten Mal in der Schweiz.

“Es haben sich Personen aus über 20 Ländern angemeldet”, freut sich Hufschmid. Mit Unterstützung des Bundesamts für Sozialversicherung findet im Rahmen der europäischen Jugendkampagne “alle anders – alle gleich” die Aktion “Kick Racism” statt: Das gemeinsame Kicken soll Brücken zwischen verschiedenen Kulturen bauen. “Es ist der Sport, der uns alle verbindet”, fügt Hufschmid hinzu.

Ähnliche Begegnungen will auch Samuel Sieber am Imagine schaffen, das dieses Jahr ebenfalls unter der Kampagne “alle anders – alle gleich” läuft. Das Festival findet zur gleichen Zeit wie die Footbag-EM mitten in Basel statt und setzt mit einem vielfältigen Kulturprogramm klare Zeichen gegen Rassismus, Vorurteile und Gewalt. Dazu gehört auch ein Musikwettbewerb um den besten Antirassismus-Song.

Sensibilisierung statt Bekämpfung

Wie die beiden Startprojekte zeigen, geht es bei der Kampagne des Europarats nicht isoliert um die Bekämpfung von Rassismus oder um Interventionen nach rassistischen Vorfällen, sondern um die Sensibilisierung von Jugendlichen in Bezug auf die Vielfältigkeit unserer Gesellschaft. Mit konstruktiven Aktionen sollen Diskriminierungen gegenüber Ausländerinnen und Ausländern, Schwulen und Lesben sowie Menschen mit Behinderungen oder anderem Glauben vorgebeugt werden.

Die Kampagne dauert von Juni 2006 bis September 2007, allerdings werden dafür vom Bund keine zusätzlichen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt. Denn die Projektgelder stammen vom bestehenden Jugendfonds des Bundesamts für Sozialversicherung, der Fachstelle für Rassismusbekämpfung sowie dem Ostprojekt der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Obwohl es sich um eine europaweite Kampagne handelt, sind keine länderübergreifende Projekte mit der Schweiz vorgesehen. “Neue internationale Projekte sind in dieser relativ kurzen Zeit unrealistisch”, sagt Julien Jaeckle, Generalsekretär der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV). “Es geht mehr um den gemeinsamen Auftritt der Kampagne und den internationalen Austausch von Wissen und Erfahrungen.” Die SAJV übernimmt als Schweizer Vertretung im Steering Board die internationale Koordination der Kampagne.

Projekteingabe leicht gemacht

Wie das BSV im Vorfeld informiert hat, müssen die Projekte von der Basis kommen. Konkret heisst das, dass Projekte, die bereits in Planung sind und sich thematisch mit der Kampagne verknüpfen lassen, die besten Chancen haben. Auf den ersten Blick erscheint die Eingabe kompliziert. “Ist es aber nicht”, entgegnet Christian Wirz von Infoklick.ch, der die Kampagne in der Schweiz begleitet. Wer selber ein Projekt eingeben will, meldet sich am besten bei seiner Organisation. “Wir helfen und schauen, wo eine Eingabe am meisten Sinn macht.”

Denn bei den drei beteiligten Fonds findet man nur spärlich Informationen zur Kampagne. Doch Projekte, die unter dem Thema “alle anders – alle gleich” eingereicht werden, erhalten eine bevorzugte Behandlung.

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