Kultur | 29.03.2006

Der Djinbala-Express auf Weltreise

Text von Janosch Szabo
«Djinbala" gaben in der Mahogany Hall in Bern ein mitreissendes Konzert und entführten in ihre energievolle Welt der Djipsi-Klänge. Mit auf der Bühne standen illustre Special-Guests: Geiger Giovanni Reber, E-Gitarrist Stephan Urwyler und Politsatiriker Andreas Thiel.
Andrea Milova: Sängerin von "Djinbala" David Cielbala: Gitarrist und Songschreiber Giovanni Reber trat als Special Guest auf. Andreas Thiel erzählte satirische Henkergeschichten.

Djinbala, das ist ein Feuerwerk von bezauberndem Gesang und treibenden Rhythmen, das ist sprühende Energie und schlichte Präzision, Traurigkeit und Extravaganz. Doch ist es noch viel mehr, denn die Formation rund um Andrea Milova und David Cielbala passt in keine Schublade. Sie müsste riesig sein. Djinbala haben ihren unverkennbaren eigenen Stil entwickelt, geprägt von Djipsy, Flamenco, Jazz und französischem Chanson.

Der Rhythmus treibt, die Spannung hält

Der Djinbala-Express kennt kaum Grenzen auf seiner musikalischen Weltreise, zieht von Nord nach Süd und vom Morgen- ins Abendland. Nichts bringt ihn ins Wanken. Er verliert nie seine Haltung, nicht bei rockigen Fahrten über hohe Brücken, nicht bei sanftem Geschlängle durch traurige Landschaften, durch Gebiete des Kriegs, vorbei am Baum des Vergessens (sous l’arbre de l’oublie). Es geht immer vorwärts, die Welt ist ja gross. Und geht es mal langsam, so geht das nicht lange. Der Rhythmus treibt, schneller und schneller im unverkennbaren Djipsy-Stil. Die Spannung hält. Der Djinbala-Express macht Halt in Bosnien, macht Halt in Kiev, dampft durch den tiefsten Underground und über luftige Brücken, durch fröhlich bunte Wiesen und enge Täler, pufft hie und da kleine Wölkchen von Blues, zieht zügig und groovig voran. Wo er vorbeifährt da zieht er in seinen Bann, lädt zum Tanzen, bewegt und berührt die Menschen.   

sprühende Energie, schlichte Präzision 

Djinbala sind eine typische Liveband mit einer ausserordentlichen Bühnenpräsenz. Gitarrist David Cielbala und vor allem Sängerin und Geigerin Andrea Milova zelebrieren sprühende Energie und Extravaganz. Den Boden für diese emotionsgeladenen manchmal gar exstatischen Ausbrüche von Freude aber auch Traurigkeit legen im Hintergrund Michael Hodel am Bass und Martin Kissling am Schlagzeug. Ihre schlichte und doch gefühlsvolle Präzision sichert Djinbala die Erdenbindung. Die vier Musiker ergänzen sich hervorragend, nie verlieren sie sich ‫ und das ist bemerkenswert ‫ in ausufernden Solos, und doch kommt jeder zu Geltung. Ganz besonders Andrea Milova, die mit ihrer Stimme verzaubert, die ihre Geige singen lässt.

Das Publikum wird unweigerlich in den Bann gezogen, fühlt mit, freut sich mit, lacht, schnippt mit den Fingern, wippt mit den Beinen, klatscht und jubelt beigeistert.

“Djin”, das Debut-Album

Eigentlich hätte das Konzert in der Mahogany Hall die Plattentaufe des Debut-Albums  ¾Djin « werden sollen, doch weil  ¾Djinbala « in den letzten Monaten einen vollen Konzertkalender hatten, musste das Release auf den 19. April 2006 verschoben werden. Man darf sich freuen.

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